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Räbechüngverbrennung



„Seine Majestät der Räbechüng“ ist der oberste Herrscher über die Baarer Räbefasnacht. Der Räbechüng fährt am Sonntag auf seinem eigenen Wagen im Umzug mit und bildet dabei den grandiosen Schlusspunkt des grössten Fasnachtsumzuges im Kanton Zug. Anschliessend wird er unter Trommelwirbel beim Rathaus in luftige Höhe aufgezogen. Von dort wacht er drei Tage und zwei Nächte lang als ruhender Pol über das närrische Treiben auf den Strassen der Metropole. Es ist ein erhabenes Gefühl, wenn man als Räbefasnächtler nachts um vier Uhr auf dem Heimweg dem Räbechüng mit einer tiefen Verbeugung seine Reverenz erweisen kann. Er dankt es stumm mit seinen gütigen, leuchtenden Augen.

Das Leben des Räbechüngs dauert nur allzu kurz. Bereits am Abend des Güdelziischtig hat sein letztes Stündlein geschlagen. In einem hochscheissfeinen Zeremoniell wird er mitten auf dem Rathausplatz dem Feuertod übergeben. Der Räbevater als irdischer Stellvertreter des Räbechüngs legt eigenhändig mit einer Fackel Feuer an Seine Majestät– wahrlich eine traurige letzte Amtshandlung. Böllerkracher sorgen für ein lautes Spektakel, und Hunderte Zuschauer säumen die Szenerie. Unzählige Räbegäuggel tanzen noch einmal zu Guggemusig-Klängen rund um den Chüng, um anschliessend bittere Tränen zu vergiessen. Aber so muss es sein: Die heurige Fasnacht ist tot, es lebe die nächste Fasnacht im kommenden Jahr!